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Berufe der Kirche
 
 

Wut, Tränen, Sternstunden

Brief an die Jugend von Stefan Schlick. Hallo Ihr Lieben, mein Name ist Stefan Schlick, ich bin Religionspädagoge und unterrichte das Schulfach „katholische Religionspädagogik“ am Stiftsgymnasium der Benediktiner in Melk.

Des Öfteren werde ich gefragt, wie ich zu so einem ungewöhnlichen Beruf gekommen bin. Nun, dafür gibt es viele Gründe. Sie alle zu besprechen würde Seiten füllen – mögliche Einwände vielleicht sogar Bücher… Ich müsste meine Umwege im Studium erklären, genauso wie die Zweifel, die Sternstunden, die Begegnungen, die Diskussionen – es kämen Gebete genauso vor wie Wut und Tränen, Fürsprecher und Freundschaften, Fragezeichen und Durchbrüche. Und ich müsste offenlegen, dass weniger ich diesen Beruf ausgesucht habe, als vielmehr diese Aufgabe auf mich zugekommen ist.

Wer mich kennt, weiß, ich gehe mit wachen Augen und vielen Fragen durch diese unsere Welt. Freude, Lachen, Trauer, Angst, Überwindung, Mut…  das Leben in seinen vielen Gestalten bewegt und interessiert mich. Es ernst zu nehmen und zugleich eine freund­liche Zuversicht zu erhalten, ist manchmal eine echte Herausforderung. Doch seit meiner Matura hat mich stets ein Psalmwort begleitet, das ich gerne mit euch teilen möchte: „Ich unterweise dich und zeige dir den Weg, den du gehen sollst. Ich will dir raten, über dir wacht mein Auge.“ (Ps 32,8)

So gestimmt, treffe ich – tatsächlich selbst noch ein Jung­spund – auf meine Schülerinnen und Schüler. Mit ihnen versuche ich, so gut ich kann, in einen Austausch zu treten, die Faszination am Leben zu teilen, die Weiten und Tiefen auszuloten und die richtig großen Fragen anzugehen. Das fordert viel Geduld, Offenheit und Fingerspitzengefühl. Aber es lohnt sich, Gottes eu-angelion (Frohe Botschaft) zu erschließen, nämlich, dass es gut ist, dass wir da sind und dass er mit uns ist.

PS: Der genaue Lehrplan ist natürlich etwas de­taillierter ;-)