Durch das Studium zum Ordensleben | Berufungspastoral
 

 
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Durch das Studium zum Ordensleben

Brief an die Jugend von H. Stephanus Rützler, 28. Er stammt aus der Pfarre Loosdorf und ist Chorherr im Stift Herzogenburg. Wie bei vielen jungen Menschen stellte sich auch bei mir nach der Matura die Frage nach dem Studium und so begann ich damals, mich nach verschiedenen Studienmöglichkeiten umzusehen. Dabei fiel mein Blick auch auf das Theologiestudium, nachdem mich ein Freund darauf aufmerksam gemacht hatte. Ich war zwar zuvor lange Jahre Ministrant in meiner Heimatpfarre, aber daran, Priester zu werden, dachte ich in diesem Moment nicht.


 
Das Theologiestudium selbst fand ich jedoch schon spannend – ein Studium, das eine große Bandbreite abdeckt, in dem man sich nicht nur mit einem Thema beschäftigt, sondern in das mit der Kirchengeschichte, Kirchenrecht, Bibelwissenschaften und vielem Weiteren zahlreiche Themen auch aus anderen Studien mit hinein spielen. All das waren Themen, die mich grundsätzlich interessierten und so tat ich, was so mancher am Beginn des Studienlebens macht: Ich begann einfach zu studieren, schaute, wohin mich das bringen würde und dachte mir: „Du kannst ja wieder aufhören, wenn es dir doch nicht gefällt.“

Doch dazu kam es nicht. Mittlerweile bin ich Augustiner-Chorherr im Stift Herzogenburg, habe heuer im Sommer die ewige Profess abgelegt, also mich dauerhaft an das Kloster gebunden, und bereite mich auf die Diakonen- und Priesterweihe vor. Außerdem absolviere ich derzeit in St. Pölten das Unterrichtspraktikum und sammle so erste Erfahrungen als Lehrer.

Damit deuten sich bereits die beiden Aufgabengebiete an, in denen wir als Augustiner-Chorherren vorrangig tätig sind: die Pfarrseelsorge und das Unterrichten. Wann immer ich jedoch in der Schule oder in der Pfarre stehe, weiß ich das Stift und die Gemeinschaft hinter mir. Ich bin nicht als Einzelkämpfer unterwegs, sondern wir sind gemeinsam unterwegs „wie ein Herz und eine Seele auf dem Weg zu Gott“, wie es in unserer Ordensregel heißt. Vor 1600 Jahren gründete der heilige Augustinus in Nordafrika erstmals eine Priestergemeinschaft – und noch heute begeistert sein Vorbild und spornt zur Nachfolge an.

Anm. der Redaktion: Rund um den TheoTag der Diözese St. Pölten, der am 1. Februar 2018 im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten stattfindet und wo junge Menschen Einblicke in kirchliche Berufe/Berufungen erhalten, bringt „Kirche bunt“ wöchentlich einen Kommentar einer jungen Frau/eines jungen Mannes aus der Diözese St. Pölten, warum sie/er sich für eine Ausbildung/einen Beruf in der katholischen Kirche entschieden hat.